Ein Beitrag zur Kunst, zu Corona und unserer Zukunft (von Klasse 11 der Freien Waldorfschule Landsberg mit Jessica Sartor-d’Avigdor)

Die Oberstufe setzte sich während des Corona bedingten Unterrichts zuhause künstlerisch mit ihren Erfahrungen in dieser Zeit auseinander. So entstanden eine Vielfalt an Kunstwerken, die nun im Kunstturm ausgestellt sind und noch bis ins neue Schuljahr hinein betrachtet werden können.

Rebecca initiierte beispielsweise einen Aufruf, durch den sie Postkarten aus aller Welt erhielt. So konnte sie sich künstlerisch mit der weltweiten Ausnahmesituation auseinandersetzen und Erfahrungen von unmittelbar Betroffenen aus anderen Ländern erhalten. Lilia und Fanny machten sich in einer Gemeinschaftsarbeit Gedanken zu den Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks in Zeiten eines Kontaktverbots, so dass ein beeindruckendes Acrylbild entstehen konnte, an dem sie im Garten unter Einhaltung des Mindestabstands von 1,50 m arbeiteten. Bemerkenswert war auch Leonis Aquarellmalerei, in der sie sich mit den Auswirkungen der Coronasituation auf die Umwelt befasst hat. Sie malte Venedig mit klarem, türkisem Wasser.

Sophia gab einen Blick auf etwas Lebensnotwendiges und momentan zugleich bedrohlich Scheinendes, indem sie ein eindrucksvolles Acrylbild gestaltete, das den Luftstrom zeigt, der beim Ausatmen entsteht. Symbolisch für die Coronazeit gestaltete Johannes ein geheimnisvolles, dreidimensionales Trojanisches Pferd, das nun von oben auf das Geschehen im Atrium blickt und dessen Inhalt jeder selbst erschließen sollte.

In besonderem Maße zeigte sich Dominik interessiert an einer wahrhaftigen gedanklichen Auseinandersetzung mit Themen, die sich aus der Coronasituation heraus ergaben und es gelang ihm, diese in zwei Gedichten auszudrücken. Jeder kann sie nun lesen und sich ein Bild seiner „Gedanken zweier Jahre“ machen.

Jana, Elias und Emma (Klasse 12) nahmen Naturgeräusche und -fotografien auf und zeigten damit, dass sie endlich wieder Zeit hatten, die sie umgebende Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen.

In einer beeindruckenden Collage verbindlichte Ayla ihre Erfahrungen: Zahlreiche Abbildungen von unterschiedlichsten Menschen mit Masken tummeln sich auf einem Großformat. Eine Maske findet man auch im Beitrag von Jona und Niklas: übergroß und mit verwirrenden Coronaregeln bestückt.

Anastasia drückte ihre Gefühle in einem Acrylbild aus. Dies zeigt ein Zimmer, in dem in Rückenansicht ein Mädchen sitzt und aus dem Fenster hinaus auf die bunte Welt draußen blickt. Mia malte beeindruckend die andere Seite: Die Sicht auf ein Hochhaus, in dem Menschen tanzen und vor dem ein Junge mit Hilfe einer Räuberleiter seiner sich aus dem Fenster lehnenden, maskierten Geliebten einen Blumenstrauß reicht.

Dass die Coronazeit nicht nur uns selbst betrifft, stellte Helena auf ihrem Bild „Welt- Sperrzone“ dar und ein für uns alle omnipräsentes Bild während der Coronazeit verewigte Felix in einer dreidimensionalen Plastikskulptur: Angela Merkel mit Maske. Emilia hingegen bemerkte die Schönheit des Himmelslichts und der Wolkenformationen und hielt diese Erfahrung in einer Serie von Fotografien bildhaft fest.

Nici wagte den Co-Kiss – was das sein soll, muss jeder interessierte Leser in der Ausstellung selbst herausfinden.

Im Nachklang dieser künstlerischen Auseinandersetzung möchten wir nun gerne durch Sie inspiriert Geschenke an die Welt in einer Zukunft nach Corona aussprechen:

Ich schenke der Welt, dass es genug Essen für alle gibt und keinen Krieg mehr. Die Menschen werden glücklicher, es geht ihnen besser und es ist friedlicher. Ich versuche, die Leute davon zu überzeugen, dass Krieg sinnlos ist und nur Leid bringt. Außerdem helfe ich den Ländern, denen es nicht gut geht und stärke deren Wirtschaft. (Anastasia)

Ich schenke der Welt Akzeptanz, Mitgefühl und Verständnis. Es gibt kein Gegeneinander mehr, wo jeder jeden kritisiert, sondern ein Zusammen in dem jeder jeden einzelnen so nimmt, wie er ist. Damit dies in der Welt wirkt, beginne ich bei mir selbst und schenke nun jeden Tag mir und anderen Akzeptanz, Mitgefühl und Verständnis und nehme jeden so an, wie er ist. (Lilia)

Ich schenke der Welt die Freiheit. Jeder sollte die Chance haben, aus seinem Alltag auszubrechen zu können, um sein Leben nach Belieben zu leben. Jeder kann dann das tun, wozu er gerade Lust hat und muss nicht im Alltagsrad immer weiter arbeiten, da sich das Rad nicht stoppen lässt. Ich kann deshalb ab sofort jederzeit alles stehen und liegen lassen, um mich dem zu widmen, was für mich wichtig erscheint. (Jona)

Ich schenke der Welt Wissen und Inspiration. Erkenntnisse können nun ausgetauscht werden, indem man seine eigenen Ansichten vertritt, aber auch die Ansichten der anderen akzeptiert. Die Menschen bekommen so einen klaren Blick auf die Welt und wachsen damit gesellschaftlich. Ab jetzt teile ich der Welt mein Wissen mit, schaffe Inspiration, helfe anderen Menschen, wachse daran und entwickle mich dadurch weiter. (Niklas)

Ich schenke der Welt Ruhe, Freiheit, Frieden, Vollkommenheit, Liebe und Vertrauen. Dadurch entspannt sich die Welt und es herrscht Gleichberechtigung. Ich selbst komme zu diesem Zweck ab heute zur Ruhe und lasse den Dingen ihre Zeit. (Leoni)

Ich schenke der Welt Zuversicht. Die Menschen sind nun glücklicher und hoffnungsvoller. Der Natur geht es besser. Ich stärke deshalb ab jetzt die Menschen in meinem Umfeld positiv in dem, was sie tun. (Anonym)

Ich schenke der Welt, dass jeder einzelne auf ihr seinem eigenen Hamsterrad entkommt und den Absprung schafft. Dass sich keiner einem System beugt, was er nicht selbst für sich erschaffen hat und sein Leben so unmonoton wie möglich gestaltet. Niemand ist nun mehr auf alte Gewohnheiten oder Denkweisen verhärtet, die Welt ist weltoffener und es besteht mehr Lebensfreunde. Um dies wahr werden zu lassen, fange ich heute bei mir

selbst an und trage die Einstellung in die Welt hinaus, dass nur du dein Leben lebst und kein anderer für dich. (Fanny)

Ich schenke der Welt Liebe, Gleichheit, Freiheit und Respekt von jedem Menschen für jeden Menschen. Nun gibt es keine keine Kriege mehr, keinen Hass, alle sind glücklich und es geht ihnen gut. Dieses Ideal der Liebe lebe ich ab jetzt. (Dominik)

Mein Geschenk für die Welt ist ein Gefühl, welches sich, positiver Weise, bei mir in der Coronazeit verstärkt hat. Es ist das Gefühl, bei sich selbst angekommen zu sein. Es ist ein schönes und wohltuendes Gefühl, das ich der ganzen Welt schenken will. Durch mein Geschenk gibt es weniger Oberflächlichkeit, weniger Streit und viele Menschen suchen Bestätigung nicht mehr bei anderen Menschen, sondern bei sich selbst. Zu diesem Zweck bringe ich den Menschen bei, einen Raum für sich zu schaffen und sich zu akzeptieren. (Helena)

Ich schenke der Welt Inspiration. Neue Ideen entstehen, die Menschen werden weltoffener, glücklicher und unvoreingenommener und neue Projekte kommen zustande. Ich selbst beginne deshalb heute damit, eine positive Einstellung Dingen gegenüber zu haben, ehrlich zu sein, andere zu inspirieren, meine Gedanken zu teilen und zu lesen. (Mia)

Ich schenke der Welt Gemeinschaft, Zusammenhalt und prägende Erlebnisse. Die Menschen leben nun miteinander und haben viele lebenslange Erinnerungen. Deshalb besinne ich mich noch heute und nehme mir Zeit für alles, was für mich und mein Umfeld, meine Mitmenschen, wichtig ist. ( Magdalena)

Ich schenke der Welt Liebe. Die Menschen vertrauen einander nun und es herrschen Sicherheit, Glück, Zufriedenheit, Verständnis und innere Erfüllung. Ab jetzt denke ich positiv und vertraue, erkenne mich selbst an und akzeptiere mich. (Johannes)

Ich schenke der Welt Zeit für ein Miteinander in den Familien. Alle haben nun weniger Pflichten und mehr Freizeit. Heute beginne ich damit, indem ich mit meiner Familie segeln gehe. (Nici)

Ich schenke der Welt Hoffnung und Zuversicht. Diese Hoffnung gibt den Menschen Kraft und fangen an, an sich zu glauben. Ab jetzt bleibe ich selbst zuversichtlich. (Hannah)

Ich schenke der Welt Musik. Sie findet Anklang und jeder kann sie hören. Deshalb musiziere ich noch heute. (Elias)

Ich schenke der Welt Respekt. Es gibt nun weniger Rassismus, weniger Kriege und der Umwelt geht es wieder gut. Ich trage dazu bei, indem ich meine Mitmenschen und die Natur respektiere. (Julien)

Ich schenke der Welt Frieden. Jeder ist sich nun bewusst darüber, was ihm das Leben zu bieten hat. Ich selbst bin allen Menschen gegenüber freundlich und offen und ermögliche mir ein vielfältiges Leben. (Jason)

Ich schenke der Welt Tolerant und Geduld. Die Menschen sind nun nicht mehr gestresst und es gibt weniger Hass und Rassismus. Ab heute habe ich Geduld mit den Menschen, die mir das Leben gerade schwer machen. (Anonym)

Für unser Jahresheft haben wir dann diese Vision einer Zukunftswelt zusammengefasst:

Die Welt der Zukunft

Die Menschen werden glücklicher, es geht ihnen besser und es ist friedlicher. Es gibt kein Gegeneinander mehr, wo jeder jeden kritisiert, sondern ein Zusammen in dem jeder jeden einzelnen so nimmt, wie er ist. Jeder kann dann das tun, wozu er gerade Lust hat und muss nicht im Alltagsrad immer weiter arbeiten, da sich das Rad nicht stoppen lässt. Die Menschen sind weniger gestresst, bekommen einen klaren Blick auf die Welt und wachsen damit gesellschaftlich. Die Welt entspannt sich und es herrscht Gleichberechtigung. Die Menschen sind nun glücklicher und hoffnungsvoller. Niemand ist mehr auf alte Gewohnheiten oder Denkweisen verhärtet, die Welt ist weltoffener und es besteht mehr Lebensfreunde. Nun gibt es keine keine Kriege mehr, keinen Hass. Es gibt weniger Oberflächlichkeit, weniger Streit und viele Menschen suchen Bestätigung nicht mehr bei anderen Menschen, sondern bei sich selbst. Neue Ideen entstehen, die Menschen sind unvoreingenommener und neue Projekte kommen zustande. Die Menschen leben miteinander und haben viele lebenslange Erinnerungen. Sie vertrauen einander und es herrschen Sicherheit, Glück, Zufriedenheit, Verständnis und innere Erfüllung. Alle haben weniger Pflichten und mehr Freizeit. Die Hoffnung gibt den Menschen Kraft und sie fangen an, an sich zu glauben. Musik findet Anklang und jeder kann sie hören. Es gibt weniger Rassismus und der Umwelt geht es wieder gut. Jeder ist sich bewusst darüber, was ihm das Leben zu bieten hat.

Geht nicht?
Geht doch!
Wir haben uns überlegt, wie:

Ich versuche, die Leute davon zu überzeugen, dass Krieg sinnlos ist und nur Leid bringt. Außerdem helfe ich den Ländern, denen es nicht gut geht und stärke deren Wirtschaft. Ich beginne bei mir selbst und schenke nun jeden Tag mir und anderen Akzeptanz, Mitgefühl und Verständnis und nehme jeden so an, wie er ist. Ich kann ab sofort jederzeit alles stehen und liegen lassen, um mich dem zu widmen, was für mich wichtig erscheint. Ab

jetzt teile ich der Welt mein Wissen mit, schaffe Inspiration, helfe anderen Menschen, wachse daran und entwickle mich dadurch weiter. Ich selbst komme zur Ruhe und lasse den Dingen ihre Zeit. Ich stärke die Menschen in meinem Umfeld positiv in dem, was sie tun. Noch heute fange ich bei mir selbst an und trage die Einstellung in die Welt hinaus, dass nur du dein Leben lebst und kein anderer für dich. Ich lebe das Ideal der Liebe. Ich bringe den Menschen bei, einen Raum für sich zu schaffen und sich zu akzeptieren. Ich habe eine positive Einstellung den Dingen gegenüber, bin ehrlich, inspiriere andere und teile meine Gedanken. Ich lese. Ich besinne ich mich noch heute und nehme mir Zeit für alles, was für mich und mein Umfeld, meine Mitmenschen, wichtig ist. Ab jetzt denke ich positiv und vertraue, erkenne mich selbst an und akzeptiere mich. Ich gehe mit meiner Familie segeln, bleibe zuversichtlich und musiziere. Ich respektiere meine Mitmenschen und die Natur, bin allen Menschen gegenüber freundlich und offen und ermögliche mir ein vielfältiges Leben. Meine Tatkraft und meine Fähigkeiten setze ich für die Gemeinschaft ein und teile mein Wissen. Ab heute habe ich Geduld mit den Menschen, die mir das Leben gerade schwer machen.

Herzliche Grüße,

Jessica Sartor-d’Avigdor

 

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