Bericht Jugendsektion – Sektion für das Geistesstreben der Jugend

 

In der Sektion für das Geistesstreben der Jugend ist Aufbruch eine Grundstimmung. Nicht nur, weil Projekte entstehen, verwirklicht werden, weil Menschen dazukommen, sich das Team erneuert, nicht nur, weil die Aufgaben kreativ aufgegriffen werden, weil sich Herausforderungen zeigen die Veränderungen und Handlungsfähigkeit erfordern, weil die finanzielle Mitteln immer erneut gefragt und somit die Anliegen besprechbar, sagbar gemacht werden müssen, nicht nur, weil die Diversität der Formen, das Geistesstreben zu leben immens ist und wahrgenommen werden möchte, nicht nur, weil das Hineinkommen in die Verhältnisse die vorgefunden werden in der Gegenwart herausfordernd sind, sondern auch weil dieses Geistesstreben selbst immer Aufbruch ist – Aufbruch in die Welt, in das Mitgestalten der Wirklichkeit, in das eigene Leben hinein.

Die Arbeit umfasst die Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit den Anliegen und Fragen die heute junge Menschen stellen, die Pflege eines weltweiten Netzwerkes, der Kontaktpflege mit einzelnen Menschen und mit Gruppen, das Wahrnehmen, Unterstützen und auch Mitgestalten von Initiativen und Projekten, die Gestaltung und Organisation von Tagungen und Treffen, die Suche nach Geldmitteln, um die Projekte zu finanzieren, das Haus der Jugendsektion am Goetheanum als Begegnungsort zu pflegen, die Verortung und Beheimatung der Sektion in der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, die Konstellation der Mitarbeitende weltweit wahrzunehmen, gemeinsame Fragen zu formulieren und im Austausch bleiben.

 

Treffen und Tagungen

Im Februar fand ein Treffen statt zum Thema «Spirituelle Verbundenheit im Dienste der Welt» («Spiritual Fellowship in service of the world», in der die Frage der Gemeinschaftsbildung aus einer spirituellen Suche gestellt wurde. Wie bleibt die individuelle Suche authentisch, wie verwandelt sie das Leben und wie verwandelt das Leben das Verhältnis zum Geist? Wie lebt Anthroposophie im Einzelnen, wie bildet sich eine Verbindlichkeit unter Menschen, die gemeinsam aus einem Verhältnis zur Geisteswissenschaft Lebensformen gestalten wollen? Das Thema wurde rege besprochen und die unterschiedlichen, erlebbaren Ansätze waren ein reiches Panorama für die Perspektiven, die heute wahrnehmbar sind.

Im April trafen sich junge Mitglieder der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft aus vielen Ländern. Unmittelbar fand sich die Möglichkeit einer sehr intensiven und fruchtbaren Arbeit an den Inhalten der ersten drei Klassenstunden dieser Hochschule – ein weiterführendes Treffen findet im März 2019 in Oriago, Italien, statt. Zur Organisation dieses Treffens hat sich eine neue Gruppe gebildet die kontinuierlich zusammenarbeitet.

Im Juli konnten sich weltweit junge Menschen zur Jugendtagung am Goetheanum treffen – das Thema „Becoming Human – questions for a co-created future“ wurde fast ein Jahr von 14 Menschen aus verschiedenen Ländern vorbereitet. Die Hinwendung zum Thema einer gemeinsam gestalteten Zukunft war aktuell und real erlebbar im Prozess der Vorbereitung mit den vielen Ansätzen und Sichtweisen aus den unterschiedlichen Kulturen und Perspektiven. Die Ermöglichung einer aktiven Beteiligung der Teilnehmenden war Ausgangspunkt der Gestaltung – die Bereitschaft und das Interesse dazu waren vorhanden und die Frage der Menschlichkeit als eine Entscheidung und eine Tat in Bereichen wie dem Umgang mit Geld und der digitalen Welt konnten sowohl als Herausforderung wie auch als Impulse zur Zukunft erlebt werden.

Mitarbeitende der Jugendsektion arbeiteten auch mit der Sektion für Sozialwissenschaften zusammen bei der Organisation und Durchführung der Veranstaltung des Forums für Sozialinitiative “Ethischer Individualismus, Selbst- und Gesellschaftsveränderung” im Oktober 2018, an dem viele junge Menschen teilnahmen, die sich für Sozialarbeit, Freiwilligenarbeit und die sozialen Fragen von heute interessieren.

 

Forschungsprojekt

«Wie würde die Welt im Jahr 2030 aussehen, wenn das, was im mir lebt, Realität werden soll und was werde ich tun, damit dies geschieht? » ist die Frage des Forschungsprojektes in der Jugendsektion. Die 40 Interviews mit jungen Menschen werden ausgewertet und es zeichnet sich aus was sie zu dieser Frage zu sagen haben – und somit welches Bild einer gewollten Zukunft entsteht. Im Dezember findet ein Kolloquium statt um erste Forschungsergebnisse bekannt zu machen und eine erste Publikation wird nach dem Kolloquium veröffentlicht. Neben den kommenden Artikeln, die in gedruckter und elektronischer Form verfügbar sein werden, wird die Forschung im Laufe des Jahres in verschiedenen Veranstaltungen vorgestellt, darunter die bevorstehende North American Youth Section Conference und das Waldorf Alumni Festival in Halifax, Kanada (7. bis 12. August 2019). Die Forschungsfragen werden die Aktivitäten des Treffens bestimmen, und die Ergebnisse werden dort präsentiert, um junge Menschen aus der ganzen Welt zur weiteren Zusammenarbeit und Forschung anzuregen. Weitere Präsentationen sollen auch auf Anfragen durchgeführt werden.

 

Studiengruppen, Gespräche

Die Fragen, die im Rahmen der Jugendsektion leben, werden in vielfältiger Art und Weise vertieft und gelebt – durch das Studium anthroposophischer Werke vor Ort, überregionale Gruppen, dich sich mit bestimmten Themen auseinandersetzen und durch Gespräche die gestalten werden oder spontan stattfinden im Haus der Jugendsektion als Begegnungsort für junge Menschen.

Nach der letzten Jahreshauptversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft und den in den Februartagen 2018 behandelten Themen begann sich eine Gruppe junger Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft im Haus der Sektion zu versammeln, um das Verständnis über die Struktur dieser Gesellschaft, des Goetheanum und der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft sowie über die Aufgaben, die sie im Verhältnis zur Gesellschaft insgesamt haben, zu vertiefen. Die Treffen finden etwa alle zwei Wochen rund um den Inhalt der Weihnachtstagung statt.

Eine weitere Arbeitsgruppe trifft sich seit 2017 wöchentlich vor Ort um gemeinsam die Philosophie der Freiheit zu lesen und zu bearbeiten.

Beide Arbeitsgruppen finden in englischer Sprache statt, um der Herkunfts-Vielfalt rund um die Jugendsektion gerecht zu werden – in den Gruppen sind mehr als 10 Nationalitäten vertreten.

Seit 2017 findet vier Mal im Jahr ein überregionales Treffen junger Menschen zum Thema Schulungsweg statt. Was versteht man unter innerer Schulung und wie kann man sie gestalten ist die Hauptfrage dieser Gruppe, die sich mit Grundwerken Rudolf Steiners auseinandersetzt.

 

Zum Jugendsektionsteam

Vielfalt der Kulturen, der Sprachen, der Erwartungen, der Lebensformen sind eine ständige Realität in der Jugendsektion. Fragen, die aus dem Erleben dieser Vielfalt entstanden, waren Anlass, den Volkseelenzyklus von Rudolf Steiner im Team gemeinsam zu studieren. Das Team hat sich nach dem Sommer geändert: Guadalupe Olaizola und Juan Facundo Bottero gehen für neue Aufgaben nach Argentinien zurück, Ronja Lucia Eis und Till Julien Höffner sind gekommen um mit Andrea de la Cruz Barral und Ioana Viscrianu Veranstaltungen und Projekte zu entwickeln und das Haus der Jugendsektion zu betreuen.

 

Finanzierung

In der Jugendsektion stellt sich die Frage nach Finanzierung und Unterstützung für jede neue Generation junger Menschen erneut. Auch die weltweiten sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse spielen eine entscheidende Rolle, wenn das Ziel der Jugendsektion kontinuierlich verwirklicht werden soll – jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich mit den eigenen Fragen und Anliegen auseinanderzusetzen, auch durch die Begegnung und den Austausch mit anderen Menschen der eigenen Generation.

Die finanzielle Grundlage der Arbeit der Jugendsektion am Goetheanum wird durch die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft gebildet.

Für jedes Projekt, was verwirklicht werden soll, ist die Sektion auf Stiftungsgelder und Spenden privater Personen angewiesen. 2018 wurden die Vorhaben von folgenden Stiftungen, die mit der Anthroposophie in Verbindung stehen, unterstützt: Iona Stichting, Mahle-Stiftung, Software AG, Stiftung Evidenz, Förderstiftung Anthroposophie, Edith Maryon Stiftung, Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland. Ein neuer Schritt wurde gemacht, indem die Stiftung Mercator in der Schweiz die Sommertagung der Jugendsektion unterstützt hat. Ein wichtiges weiteres Ziel für die kommenden Jahre ist die Arbeit der Sektion auch für nicht-anthroposophische Institutionen sichtbar zu machen und Kooperationen aufzubauen.

Die Höhe der erhaltenen Spenden im Jahr 2018 betrug 72.000 CHF. Für die kommenden Projekte im Jahr 2019, vor allem auch für die grosse Internationale Schülertagung werden insgesamt 240.000 CHF für die Finanzierung notwendig sein (190.000 für die Internationale Schülertagung, 20.000 für das Initiativtreffen, 30.000 für das Forschungsprojekt).

 

 

Vorblick

Am 15. Dezember findet im Goetheanum ein Kolloquium statt, bei welchem erste Ergebnisse des Forschungsprojektes präsentiert werden.

Vom 31. Januar bis 3. Februar 2019 finden die Februartage statt, unter dem Titel „Art&Spirit: the role of arts today“ Fragen wie ‚Woher nehmen wir Inspiration?’ ‚Wann wird eine Kreation zu Kunst? ‘ ‚Führt die Suche nach Spiritualität zu Kunst? ‘ sollen besprochen und gemeinsam erarbeitet werden.

Vom 28. Februar bis zum 3. März findet das nächste Treffen für Mitglieder der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft in Oriago, Italien, statt.

 

Vom 23. zum 27. April ist die grosse Schülertagung zu den 100 Jahren Waldorfschule. Das Thema ist gleichzeitig was die Arbeit der Jugendsektion inspiriert und was wir durch jede Begegnung, jedes Gespräch, jedes Vorhaben gerne ermöglichen möchten: „Courage!“ Wir möchten Räume schaffen für eine intensive Begegnung eines jeden mit sich selbst und etwa 800 Jugendlichen aus der ganzen Welt und uns mittels des Themas Mut mit persönlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzen.

 

Vom 28. Bis zum 30. Juni 2019 sind junge Menschen, die sich engagieren und Verantwortung für Arbeit der Jugendsektion in deren Ländern und Regionen übernehmen, zu einem Treffen im Goetheanum eingeladen. Der Wunsch ist, Erfahrungen, Initiativen, Herausforderungen, Fragen und neue Ideen über die Arbeit und Initiativen im Zusammenhang mit der Jugendsektion auszutauschen. Daraus können neue gemeinsame Projekte entstehen.

 

Zur kommende Tagung zu den Mysteriendramen im Sommer 2019, „Spiritualität in Angst und Gesundheit“ die in Zusammenarbeit der Allgemeinen Anthroposophischen und der Medizinischen Sektion organisiert wird, wird eine Gruppe junger Menschen, darunter Jugendsektion-Mitarbeitende, mit den Teilnehmenden am Thema “The Mystery of Human Relationships” arbeiten.

 

Dank

Den vielen Menschen, die die Arbeit der Jugendsektion in unterschiedlichen Formen unterstützen, so wie auch den Institutionen, die aus Interesse und Vertrauen auf das, was aus den Initiativen, aus den Intentionen und Taten junger Menschen werden kann uns eine finanzielle Grundlage ermöglichen – unseren aller herzlichsten Dank!

 

Für das Team der Jugendsektion

 

Constanza Kaliks

Dez. 2018

 

 

Links, Artikel und Interviews von 2018

Newsletter: https://mailchi.mp/5c52a4d15a3a/winter-greetings-from-the-youth-section-and-upcoming-events

http://goetheanum.activehosted.com/index.php?action=social&chash=d1fe173d08e959397adf34b1d77e88d7.275&s=3c4b5061a3f302515ef475a97a1c50c1

Internationale Schülertragung 2019: http://isc19.com/

Februartage 2019: https://www.youthsection.org/event/february-days-2019-art-spirit-the-role-of-the-arts-today/

Artikel von Sibel Caliskan:https://diedrei.org/autoren-anzeigen/autor/caliskan-sibell.html

Artikel von Andrea de la Cruz Barral: https://diedrei.org/autoren-anzeigen/autor/de-la-cruz-barral-andrea.html

Interviews von Laura Sccapattici für den American podcast “The Anthroposopher” zur Tagung ‚Becoming Human’ und zum Forschungsprojekt: iTunes: https://itunes.apple.com/us/podcast/the-anthroposopher/id1375780280?mt=2